Pfister

Zwischen Arbeitnehmerinitiativen und Unternehmensinteressen

Zur Geschichte des Betriebssports in Deutschland

Herausgegeben von Gertrud Pfister

Academia,  1999, 190 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-89665-032-0

23,50 € inkl. MwSt.
Vergriffen, kein Nachdruck
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Sport und Arbeit waren in der Vergangenheit auf vielfältige Weise miteinander verflochten. So wurde auch der Betriebssport in unterschiedlichen Epochen und in unterschiedlichen politischen Systemen, u.a. im Nationalsozialismus und in der DDR, gefördert, genutzt, mit spezifischen Zielen und Funktionen belegt und in unterschiedlicher Weise organisiert und durchgeführt.
Obwohl man bei sporthistorischen Recherchen immer wieder auf den Betriebssport, z.B. auf Berichte über die Erfolge der Polizei- oder der Postsportvereine oder auch auf kritische Artikel in der Arbeitersportpresse, stößt, hat die Geschichte des Betriebssports in der 'Scientific Community' bis jetzt nur wenig Beachtung gefunden. Dies ist schon deshalb erstaunlich, weil man am Beispiel des Betriebssports nicht nur den Aufschwung des modernen Sports ablesen, sondern auch die mit dem Sport verbundenen Diskurse - vor allem das Gesundheitsversprechen - rekonstruieren kann. Dabei läßt sich sowohl der Wandel der Legitimationsstrukturen als auch die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität sichtbar machen. Deutlich werden an der Geschichte des Betriebssports auch seine Abhängigkeit von ökonomischen, sozialen und kommunalen Entwicklungen, die engen Verflechtungen zwischen sportlichen und betrieblichen Interessen und Zielen sowie die teils konfligierenden Motive und Ziele der Beteiligten. Insgesamt ist der Betriebssport noch enger als andere sportliche Handlungsfelder mit der Industrialisierung und ihren Folgen verbunden und vom sozialen Wandel sowie den politischen Rahmenbedingungen beeinflußt.
Dieser Band informiert über die Geschichte des Betriebssports vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Fallstudien lassen dabei die Chancen und Probleme betriebssportlicher Aktivitäten in verschiedenen Unternehmen deutlich werden.
Autoren und Autorinnen sind Andreas Luh, Klaus Reinartz, Gertrud Pfister, Sebastian Fasbender, Hajo Bernett, Jochen Hinsching und Marie-Luise Klein.

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